Baukasten oder eigene Website?

Wix, Squarespace und Jimdo versprechen die fertige Seite an einem Wochenende. Manchmal halten sie das Versprechen. Hier steht, wann ein Baukasten die klügere Entscheidung ist, wann er dich teuer zu stehen kommt und was beide Wege über fünf Jahre wirklich kosten. Von einem, der am individuellen Weg verdient und dir trotzdem nicht immer dazu rät.

Kurz gesagt

Ein Baukasten ist die richtige Wahl, wenn dein Budget klein ist, du schnell online sein willst und die Seite selbst pflegen möchtest. Individuelle Entwicklung lohnt sich, sobald die Website Anfragen bringen soll und Ladezeit, Struktur, Design und Auffindbarkeit über Geld entscheiden. Über fünf Jahre liegen beide Wege finanziell näher zusammen, als die Monatspreise vermuten lassen. Der eigentliche Unterschied ist nicht der Preis, sondern wie viel Kontrolle du hast und wie viel deiner eigenen Zeit das Projekt kostet.

Die kurze Antwort

Es gibt keine allgemein bessere Lösung, sondern nur eine, die zu deiner Situation passt. Und die Situation entscheidet sich an zwei Fragen, die nichts mit Technik zu tun haben.

Erstens: Was ist dir eine Anfrage wert? Wenn ein neuer Kunde dir im Schnitt 150 Euro bringt, ist eine Website für 5.000 Euro schwer zu rechtfertigen. Wenn er dir 3.000 Euro bringt, ist eine Seite, die eine Anfrage im Monat mehr auslöst, das günstigste Werbebudget, das du je hattest.

Zweitens: Wie viel Zeit hast du selbst? Ein Baukasten ist nicht kostenlos, er ist mit deiner Arbeitszeit bezahlt. Wer abends noch Angebote schreibt, baut keine Website. Wer gerne bastelt und Zeit hat, spart im Baukasten echtes Geld.

Und noch etwas gehört an den Anfang: Für viele Selbstständige mit sehr kleinem Budget ist eine gut gemachte Baukasten-Seite deutlich besser als das, was sie sonst bekommen würden. Nämlich eine billige individuelle Seite von jemandem, der davon nicht leben kann, oder gar keine Seite. Keine Website ist die schlechteste aller Optionen.

Was ein Baukasten ist und was nicht

Ein Website-Baukasten ist ein Abo, das alles zusammenfasst: Server, Editor, Vorlagen, Formulare, Verschlüsselung, Backups. Du zahlst monatlich und arbeitest im Browser, ohne Code anzufassen. Der Preis dafür ist, dass du innerhalb der Grenzen des Anbieters arbeitest. Was die Vorlage nicht kann, kannst du nicht.

Die Landschaft ist unübersichtlicher geworden, weil sehr verschiedene Dinge unter demselben Wort laufen. Diese Einordnung hilft:

SystemWas es istPasst für
WixKlassischer Baukasten, sehr viele FunktionenSelbstständige, die alles aus einer Hand wollen
SquarespaceBaukasten mit dem besten Blick fürs DesignKreative, Gastronomie, Portfolios
JimdoSchlanker Baukasten aus DeutschlandKleine Betriebe, die es einfach wollen
ShopifyBaukasten speziell für OnlineshopsHandel mit überschaubarem Sortiment
WordPress.comGehostetes Abo, nah am BaukastenBlogs und Inhaltsseiten
WordPress selbst gehostetRedaktionssystem, kein BaukastenViele Inhalte, Pflege durch dich oder Profi
Webflow, FramerProfi-Werkzeuge mit Abo, kein SelbstläuferDesigner und Entwickler, nicht Einsteiger
Individuelle EntwicklungCode, der dir gehört, freies HostingAnspruch an Tempo, Design und Funktion

Die häufigste Verwechslung steht in der Mitte der Tabelle. WordPress ist kein Baukasten, sondern ein System, das du selbst betreibst. Es fühlt sich mit Theme und Seiten-Editor ähnlich an, aber Updates, Sicherheit, Backups und Ladezeit liegen ab dem ersten Tag bei dir. Das ist mehr Freiheit und mehr Pflicht. Wer WordPress wählt, weil es angeblich einfach ist, wählt oft das Anstrengendste von allem.

Die Rechnung, die kaum jemand macht

Baukästen werben mit Monatspreisen, individuelle Websites mit Einmalpreisen. Diese beiden Zahlen lassen sich nicht vergleichen, und genau daran scheitern die meisten Entscheidungen. Also rechnen wir es über einen realistischen Zeitraum durch: fünf Jahre, so lange hält eine ordentliche Website.

Wichtig ist dabei: Die kostenlosen und die günstigsten Tarife fallen weg. Sie zeigen Anbieterwerbung oder erlauben keine eigene Domain, und beides ist für einen Betrieb keine Option. Realistisch nutzbar wird es 2026 bei etwa 15 bis 45 Euro im Monat, bei Shop-Tarifen bei 30 bis 60 Euro.

PostenBaukasten selbst gebautIndividuell entwickelt
Einmalig am Anfang0 bis 300 €2.400 bis 5.500 €
Laufend pro Monat15 bis 45 €15 bis 30 €
Zusatz-Apps, Vorlage, Bilder100 bis 400 € / Jahrmeist 0 €
Summe nach 5 Jahren1.400 bis 4.700 €3.300 bis 7.300 €
Dein Zeitaufwand20 bis 60 Stunden3 bis 8 Stunden
Zeitaufwand in Geld1.200 bis 3.600 €180 bis 480 €
Ehrliche Gesamtsumme2.600 bis 8.300 €3.500 bis 7.800 €

Die Zeitkosten sind mit 60 Euro pro Stunde angesetzt, was für die meisten Selbstständigen konservativ ist. Wer seine eigene Stunde mit 100 Euro ansetzt, dreht das Bild vollständig.

Das Ergebnis überrascht viele: Über fünf Jahre ist der Baukasten nicht dramatisch günstiger, sondern hauptsächlich anders verteilt. Er kostet am Anfang fast nichts und dafür jeden Monat etwas. Der eigentliche Vorteil ist deshalb nicht der Preis, sondern der niedrige Einstieg. Und der eigentliche Nachteil zeigt sich am Ende der fünf Jahre: Du hast rund 3.000 Euro bezahlt und besitzt nichts, was du mitnehmen kannst.

Aus der Praxis

Kündigst du das Abo, ist die Seite offline. Nicht langsamer, nicht veraltet, sondern weg. Bei einer individuell entwickelten Seite liegen Dateien und Inhalte bei dir, und im Zweifel läuft sie beim nächsten Hoster für zehn Euro im Monat einfach weiter. Dieser Unterschied wird immer erst dann wichtig, wenn er nicht mehr zu ändern ist.

Wo Baukästen wirklich stark sind

Dieser Teil fehlt in den meisten Vergleichen, weil sie von Leuten geschrieben werden, die Websites verkaufen. Es gibt gute Gründe für einen Baukasten, und sie sind nicht schwach.

  • Du bist in Tagen online, nicht in Wochen. Kein Briefing, kein Abstimmungstermin, keine Warteschlange. Für eine Idee, die morgen erste Kunden braucht, ist das unschlagbar.
  • Der Einstieg kostet fast nichts. Wer noch nicht weiß, ob das Geschäftsmodell trägt, sollte kein Geld in Design stecken, sondern in den Test.
  • Du bist unabhängig bei Änderungen. Neue Öffnungszeiten, neuer Preis, neues Foto: sofort, selbst, ohne jemanden zu fragen. Genau das ist der häufigste Frust an betreuten Websites.
  • Viel Technik ist erledigt. Verschlüsselung, Backups, Formulare, Bildgrößen und mobile Darstellung kommen mit, ohne dass du wissen musst, was sie sind.
  • Standardfunktionen sind eingebaut. Terminbuchung, Newsletter, kleiner Shop, Mitgliederbereich: alles vorhanden und in einer Rechnung.
  • Nichts veraltet unter dir. Sicherheitslücken schließt der Anbieter. Bei einer selbst gehosteten WordPress-Installation ist das dein Problem.

Und der wichtigste Punkt zum Schluss: Eine gepflegte Baukasten-Seite mit klaren Texten und guten Bildern schlägt jede aufwendige Website, die seit 2019 niemand angefasst hat. Aktualität und Klarheit wirken stärker als das System darunter. Das ist keine Höflichkeit, das ist der Alltag.

Wo sie an die Grenze kommen

Genauso ehrlich in die andere Richtung. Diese sieben Grenzen sind nicht theoretisch, sie tauchen in Projekten immer wieder auf, meist erst nach zwei Jahren.

  1. Das Design bleibt erkennbar eine Vorlage. Man kann Farben und Schriften ändern, aber Aufbau, Abstände und Bewegung stammen aus einem Muster, das tausende andere ebenfalls nutzen. Wenn dein Wettbewerb austauschbar aussieht, ist das deine Chance, und die vergibst du damit.
  2. Die Ladezeit hat einen Boden. Ein Baukasten liefert ein universelles Gerüst mit, das für jeden denkbaren Fall gerüstet ist. Du kannst Bilder verkleinern und Apps sparsam einsetzen, an das Fundament kommst du nicht. Auf dem Handy im Mobilfunknetz merkt man den Unterschied.
  3. Viele Inhalte werden unübersichtlich. Bis etwa zehn Seiten ist alles gut. Bei vierzig Seiten mit Kategorien, Filtern und Querverweisen fehlen dir die Werkzeuge, um Ordnung zu halten.
  4. Barrierefreiheit ist nur halb in deiner Hand. Texte, Kontraste und Alternativtexte kannst du selbst gut machen. Tastaturbedienung, sichtbare Fokusrahmen, Formularbeschriftungen und die Semantik der Vorlage nicht. Wenn du nach dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz verpflichtet bist, ist das ein hartes Kriterium.
  5. Sonderfunktionen enden im Flickwerk. Eine Anbindung an die Warenwirtschaft, ein Konfigurator, eine eigene Preislogik, ein Kundenbereich mit echten Daten: Dafür sind Baukästen nicht gebaut. Wo diese Grenze genau liegt, steht im Ratgeber Was kostet eine Webanwendung.
  6. Beim Datenschutz fehlt dir der Schalter. Betreiben lassen sich Baukästen datenschutzkonform, die Anbieter stellen die nötigen Verträge bereit. Der Aufwand steckt im Detail: Viele Vorlagen laden Schriften, Karten oder Statistiken nach, teils vor der Einwilligung, und du kommst an diese Einbindung nicht immer heran.
  7. Du kommst nicht sauber wieder heraus. Das ist die Grenze, die am meisten kostet. Bei Wix lässt sich die fertige Seite nicht exportieren, bei Squarespace und Jimdo ist der Export unvollständig. Du nimmst Texte und Bilder mit, alles andere entsteht neu.

Der letzte Punkt verdient eine Präzisierung, weil er oft übertrieben wird: Ein Wechsel ist immer möglich, und viele machen ihn erfolgreich. Er ist nur kein Kopiervorgang, sondern ein Neubau. Prüfe die Exportmöglichkeiten deines Anbieters vor dem Start und nicht erst, wenn du gehen willst.

Der direkte Vergleich

Alles Wichtige in einer Tabelle, ohne Sieger und ohne Häkchen-Marketing. Für jedes Kriterium steht dort, was du realistisch erwarten kannst.

KriteriumBaukastenIndividuell entwickelt
Zeit bis onlineTage3 bis 10 Wochen
Kosten am Anfangsehr niedrighoch
Kosten über 5 Jahrevergleichbarvergleichbar
Deine Arbeitszeithochgering
DesignVorlage, begrenzt anpassbarfrei, auf dich zugeschnitten
Ladezeitordentlich, mit Bodensehr gut möglich
SEO-Grundlagenvorhandenvorhanden
Technisches SEO im Detaileingeschränktvolle Kontrolle
Barrierefreiheitteils, vorlagenabhängigplanbar
Sonderfunktionennur was es gibtalles, was rechnet
Inhalte selbst pflegensehr einfachgut, mit passendem CMS
Sicherheit und UpdatesAnbieterHoster und Entwickler
Umzug späterInhalte ja, Seite neinjederzeit möglich
Wem gehört das Ergebnisder Plattformdir

Wer die Tabelle von unten liest, sieht das Muster: Der Baukasten gewinnt bei allem, was mit Aufwand und Einstieg zu tun hat. Die Eigenentwicklung gewinnt bei allem, was mit Kontrolle und Dauer zu tun hat. Deine Entscheidung ist also die Frage, welche der beiden Spalten für dein Geschäft mehr wert ist.

Der SEO-Mythos: Google mag kein System lieber

Ein Satz, der Baukästen falsch verkauft und Agenturen gute Aufträge bringt: Mit Wix wirst du bei Google nicht gefunden. Das ist nicht wahr. Google bewertet Seiten, nicht Systeme. Baukästen liefern indexierbare Seiten, und Seitentitel, Beschreibungen, Weiterleitungen und Sitemaps lassen sich überall pflegen.

Der echte Unterschied liegt nicht im Ranking-Bonus, sondern in drei Stellschrauben, an die du im Baukasten nur teilweise herankommst:

  • Ladezeit und Stabilität beim Aufbau der Seite. Beides zählt messbar mit, gerade auf dem Handy, und beides hat im Baukasten eine Untergrenze.
  • Struktur und interne Verlinkung. Bei viel Inhalt entscheidet die Ordnung darüber, was Google für wichtig hält. Im Baukasten wird das ab einer gewissen Größe zur Handarbeit.
  • Strukturierte Daten. Ob deine Öffnungszeiten, Bewertungen oder Leistungen maschinenlesbar hinterlegt sind, entscheidet über die Darstellung im Suchergebnis. Manche Baukästen machen das solide, andere gar nicht.

Für lokale Sichtbarkeit ist die Systemfrage sogar fast zweitrangig. Da entscheiden ein vollständiges Google-Unternehmensprofil, echte Bewertungen und Seiten, die die Frage des Suchenden beantworten. Wie das zusammenspielt, steht ausführlich im Ratgeber Bei Google gefunden werden.

Der Mittelweg, den kaum jemand anbietet

Die Entscheidung wird meistens als Entweder-oder verkauft. Dazwischen liegt eine dritte Möglichkeit, die für viele kleine Betriebe die vernünftigste ist: Ein Profi baut im Baukasten, und du pflegst danach selbst.

Baukasten allein

Günstigster Start
  • 0 bis 300 € Startkosten
  • 20 bis 60 Stunden deine Zeit
  • Ergebnis so gut wie du
  • Für Test und Minibudget

Baukasten vom Profi

Guter Kompromiss
  • 800 bis 2.500 € einmalig
  • Struktur und Texte sitzen
  • Du pflegst selbst weiter
  • Abo und Bindung bleiben

Individuell entwickelt

Höchste Kontrolle
  • 2.400 bis 12.000 € einmalig
  • Tempo, Design und Funktion frei
  • Gehört dir vollständig
  • Wenn die Seite verkaufen soll

Die mittlere Spalte löst das häufigste Problem an Baukasten-Seiten, und das ist selten die Technik. Es ist die Struktur: Was steht auf welcher Seite, in welcher Reihenfolge, mit welcher Aufforderung am Ende. Genau daran scheitern selbst gebaute Seiten, nicht am Editor.

Mein Tipp

Registriere deine Domain immer selbst bei einem unabhängigen Anbieter, auch wenn sie im Baukasten-Tarif enthalten wäre. Zehn bis zwanzig Euro im Jahr, und du zeigst sie einfach auf die Plattform. Wenn du später wechseln willst, ist das eine Einstellung in deinem Konto statt einer Anfrage beim Support. Von allen Entscheidungen in diesem Artikel ist das die billigste mit der größten Wirkung.

Drei Beispiele aus der Praxis

Wie unterschiedlich die richtige Antwort ausfällt, zeigen diese drei typischen Ausgangslagen. Die Zahlen sind Richtwerte aus vergleichbaren Projekten.

Baukasten war richtig

Gründerin, Idee im Test

Coaching-Angebot, noch kein bewiesener Markt, kein Budget für Design. Onepager im Baukasten, eigene Domain, Terminbuchung integriert. Nach acht Monaten und dreißig Kunden stand die Entscheidung für eine eigene Seite auf einer belastbaren Grundlage.

28 €pro Monat
Individuell war richtig

Handwerksbetrieb, sechs Leistungen

Umkämpfter lokaler Markt, jede Leistung braucht eine eigene Seite mit eigenen Suchbegriffen. Ladezeit und Struktur entscheiden hier über Anfragen. Nach vier Monaten lagen drei von sechs Leistungen in den lokalen Ergebnissen vorne.

ca. 4.500 €einmalig
Mittelweg war richtig

Studio mit Onlineterminen

Ein Standort, klares Angebot, Termine sollen ohne Anruf buchbar sein, Inhalte ändern sich ständig. Struktur, Texte und Design kamen vom Profi, gebaut im Baukasten, gepflegt vom Team selbst.

ca. 1.800 €plus Abo

Im zweiten Beispiel wäre ein Baukasten nicht gescheitert, er hätte nur weniger gebracht. Und im ersten Beispiel wäre eine individuelle Seite nicht falsch gewesen, nur zu früh. Das ist der Kern der Sache: Es geht seltener um richtig und falsch als um den passenden Zeitpunkt.

Acht Fragen, die deine Entscheidung treffen

Geh diese acht Punkte einmal ehrlich durch. Wenn du bei fünf oder mehr in Richtung der rechten Spalte landest, ist der individuelle Weg die günstigere Entscheidung, auch wenn er teurer aussieht.

01Was bringt dir ein Kunde?Unter 300 Euro Deckungsbeitrag spricht viel für den Baukasten, über 1.000 Euro für Eigenentwicklung.
02Wie viele Stunden hast du?Wer keine 30 Stunden erübrigen kann, spart im Baukasten kein Geld, sondern verschiebt es.
03Wie stark ist dein Wettbewerb online?Sehen alle gleich aus, ist ein eigenständiger Auftritt der größte Hebel, den du hast.
04Wie viele Leistungen erklärst du?Eine klare Sache passt in einen Onepager. Sechs Leistungen brauchen sechs gute Seiten.
05Brauchst du besondere Funktionen?Buchung und Newsletter kann der Baukasten. Schnittstellen und eigene Logik nicht.
06Ist Barrierefreiheit für dich Pflicht?Dann brauchst du Zugriff auf Semantik und Bedienung, nicht nur auf Farben.
07Wie wichtig ist Tempo auf dem Handy?Bei Laufkundschaft und lokaler Suche entscheidet die erste Sekunde über den Rest.
08Planst du auf fünf Jahre?Für ein Jahr rechnet sich das Abo. Auf fünf Jahre zahlst du zweimal für dasselbe.

Eine Antwort wiegt dabei mehr als die anderen: die erste. Alles andere ist Abwägung, aber der Wert einer Anfrage macht aus einer Ausgabe eine Investition oder eben nicht.

Wenn du später wechseln willst

Angenommen, du sitzt schon im Baukasten und die Seite ist zu klein geworden. Das ist ein normaler Verlauf und kein Fehler. Wichtig ist nur, dass du den Wechsel nicht behandelst wie einen Umzug von Ordner zu Ordner.

  • Prüfe zuerst die Domain. Liegt sie beim Baukasten, kläre die Übertragung, bevor irgendetwas anderes passiert.
  • Sichere alle Inhalte selbst. Texte, Bilder in Originalgröße, Rechtstexte und alle Zugänge. Verlass dich nicht auf den Export.
  • Notiere jede bestehende Adresse. Jede Unterseite, die Besucher bringt oder verlinkt ist, braucht später ein neues Ziel.
  • Nimm die Texte mit, die dich sichtbar machen. Was heute Anfragen bringt, wird nicht neu erfunden, sondern übernommen und geschärft.
  • Kündige das Abo erst nach dem Umzug. Solange die alte Seite läuft, kannst du vergleichen und nachschlagen.

Der eigentliche Ablauf, inklusive Weiterleitungen und dem, was in den ersten dreißig Tagen zu prüfen ist, steht Schritt für Schritt im Ratgeber Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust. Was der neue Auftritt kostet, findest du unter Was kostet eine Website.

Und wenn du dich falsch entscheidest?

Dann kostet es dich Zeit und einen überschaubaren Betrag, aber nichts Endgültiges. Ein Baukasten, der zu klein wird, hat seinen Zweck erfüllt. Eine individuelle Seite, die zu früh kam, ist trotzdem deine. Die einzige Entscheidung, die sich schwer korrigieren lässt, ist die halbe: ein paar hundert Euro für eine individuelle Seite von jemandem, der davon nicht leben kann. Dann bekommst du die Nachteile beider Wege und niemanden, der in zwei Jahren noch erreichbar ist.

Wie ich das in meinen Projekten handhabe, siehst du auf den Seiten zu Webdesign in Dortmund und Webdesign in Bochum.

Häufige Fragen zu Baukästen

Die Fragen, die vor der Entscheidung kommen.

Ist eine Website mit Wix schlechter für Google?+

Nein, Google bevorzugt kein bestimmtes System. Baukästen liefern indexierbare Seiten, du kannst Seitentitel, Beschreibungen, Weiterleitungen und eine Sitemap pflegen. Der Unterschied liegt nicht im Ranking-Bonus, sondern in der Kontrolle: über Ladezeit, saubere Struktur, strukturierte Daten und darüber, wie viel Ballast die gewählte Vorlage mitbringt. Eine gepflegte Baukasten-Seite mit klaren Texten wird besser gefunden als eine individuell entwickelte Seite, die seit Jahren niemand angefasst hat.

Was kostet ein Website-Baukasten wirklich pro Jahr?+

Für einen Tarif, den man geschäftlich nutzen kann, also mit eigener Domain und ohne Anbieterwerbung, solltest du 2026 mit etwa 15 bis 45 Euro im Monat rechnen, bei Shop-Tarifen eher mit 30 bis 60 Euro. Dazu kommen häufig Einmalkosten für eine Premium-Vorlage, Zusatz-Apps für Buchung oder Newsletter, ein Cookie-Werkzeug und Bildlizenzen. Realistisch landen die meisten bei 300 bis 700 Euro pro Jahr, plus der eigenen Arbeitszeit.

Kann ich meine Baukasten-Website später zu einem eigenen System umziehen?+

Die Inhalte ja, die Website selbst in der Regel nicht. Bei Wix lässt sich die fertige Seite nicht exportieren, bei Squarespace und Jimdo ist der Export unvollständig. Du nimmst Texte, Bilder und Struktur mit, Design und Technik entstehen neu. Der Umzug ist deshalb kein Kopiervorgang, sondern ein Neubau plus Weiterleitungsplan. Machbar ist er immer, planlos wird er teuer.

Ab wann lohnt sich eine individuell entwickelte Website?+

Sobald deine Website Geld verdienen soll und nicht nur existieren. Ein guter Prüfstein ist der Wert einer Anfrage: Wenn ein neuer Kunde dir im Schnitt 1.500 Euro wert ist, hat sich ein Onepager für 2.400 Euro nach zwei Anfragen bezahlt. Konkret lohnt sich die Eigenentwicklung, wenn du in einem umkämpften lokalen Markt sichtbar sein musst, mehrere Leistungen sauber erklären willst, besondere Funktionen brauchst oder wenn dein Auftritt sich vom Wettbewerb unterscheiden soll.

Ist ein Website-Baukasten DSGVO-konform?+

Grundsätzlich lassen sich Baukästen datenschutzkonform betreiben, die großen Anbieter stellen einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung bereit. Der Aufwand steckt im Detail: Viele Vorlagen laden Schriften, Karten, Videos oder Statistik-Werkzeuge nach, teils bevor eine Einwilligung vorliegt, und du kommst an diese Einbindung nicht immer heran. Prüfe vor dem Start, ob du alle externen Dienste einzeln abschalten oder erst nach Zustimmung laden kannst. Bei individueller Entwicklung entscheidet das dein Entwickler, nicht die Vorlage.

Ist WordPress ein Baukasten?+

Nein, WordPress ist ein Redaktionssystem, das du selbst hostest. Es fühlt sich mit einem Theme und einem Seiten-Editor ähnlich an, aber Updates, Sicherheit, Backups und Ladezeit liegen bei dir oder deinem Dienstleister. Das ist mehr Freiheit und mehr Verantwortung. Zu verwechseln ist es außerdem nicht mit WordPress.com, dem gehosteten Abo-Dienst, der näher am Baukasten liegt.

Kann ich mit einem Baukasten eine barrierefreie Website bauen?+

Teilweise. Bei Texten, Kontrasten, Alternativtexten und einer klaren Überschriftenstruktur hast du selbst viel in der Hand. An die Bedienung per Tastatur, sichtbare Fokusrahmen, korrekte Beschriftungen von Formularfeldern und die Semantik der Vorlage kommst du dagegen oft nicht heran. Wenn Barrierefreiheit für dich verpflichtend ist, etwa weil du nach dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz Verbraucherinnen und Verbrauchern eine Dienstleistung online anbietest und nicht unter die Ausnahme für Kleinstunternehmen fällst, prüfe die Vorlage vorher gründlich oder wähle den kontrollierbaren Weg.

Wie schnell ist eine Baukasten-Website?+

Ordentlich, aber selten sehr gut. Baukästen liefern ein universelles Gerüst, das für jeden möglichen Anwendungsfall gerüstet ist, und dieses Gerüst lädt mit. Auf dem Desktop merkt man das kaum, auf dem Handy im Mobilfunknetz schon. Bilder komprimieren und Zusatz-Apps sparsam einsetzen bringt dich weit, an das Fundament kommst du nicht heran. Für eine sehr schnelle Seite brauchst du Zugriff auf Code, Bilder und Ladelogik.

Wem gehört meine Domain, wenn ich sie beim Baukasten buche?+

Dir, aber verwaltet wird sie vom Anbieter, und genau das macht den späteren Wechsel unnötig kompliziert. Registriere deine Domain deshalb besser separat bei einem unabhängigen Anbieter und verweise sie nur auf den Baukasten. Dann ist ein Umzug eine Einstellung im Domainkonto und keine Verhandlung mit einem Support.

Reicht ein Baukasten für einen Onlineshop?+

Für ein kleines, überschaubares Sortiment ohne Anbindung an andere Systeme ja. Shopify, Wix oder Squarespace nehmen dir Zahlung, Versandregeln und Rechtstexte weitgehend ab. Sobald du viele Varianten führst, eine Warenwirtschaft anbinden willst, eigene Preislogik brauchst oder große Datenmengen pflegst, wird der Baukasten zum Flaschenhals. Wo dann die Grenze zur eigenen Anwendung liegt, steht im Ratgeber zu Webanwendungen.

Wie lange brauche ich, um im Baukasten selbst eine Seite zu bauen?+

Für ein brauchbares Ergebnis mit eigenen Texten, guten Bildern, Rechtstexten und einer Grundoptimierung solltest du 20 bis 60 Stunden einplanen, verteilt über mehrere Wochen. Die Technik ist dabei der kleinere Teil. Die meiste Zeit kostet das, was in jedem Projekt am längsten dauert: entscheiden, was auf der Seite stehen soll.

Arbeiten Webdesigner auch mit Baukästen?+

Viele ja, und das ist oft der klügste Kompromiss. Du bekommst Struktur, Texte und Design von jemandem, der es täglich macht, und pflegst die Inhalte anschließend selbst. Das kostet in der Regel deutlich weniger als eine volle Eigenentwicklung. Abo und Plattformbindung bleiben, der größte Nachteil der Eigenregie fällt weg.

Was ist die häufigste Fehlentscheidung?+

Nicht der Baukasten und nicht die Eigenentwicklung, sondern die halbe Lösung: ein paar hundert Euro für eine individuelle Seite, gebaut von jemandem, der davon nicht leben kann. Dann bekommst du die Nachteile beider Wege, ein austauschbares Ergebnis und niemanden, der später erreichbar ist. Wenn das Budget knapp ist, ist ein gut gemachter Baukasten die ehrlichere Wahl.

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Schreib mir in drei Sätzen, was du anbietest und was die Seite leisten soll. Du bekommst innerhalb von 24 Stunden eine ehrliche Einschätzung, auch wenn sie lautet: Nimm den Baukasten.

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